Urban practices

Dieser Blogeintrag fokussiert Interventionen in öffentlichen Räumen oder Diskursen  – an der Schnittstelle von Kunst, Stadtplanung, kritischem politischen Agieren und Theorie. 
Ich stelle verschiedene translokal aktuell agierende Gruppen/Initiativen/Kollektive/Nichtregierungsorganisationen im Bereich Stadt/Architektur/Design/Bildung vor, versuche Parallelen zu erkennen, grundlegende Annahmen und Begriffe in Frage zu stellen und diese neu zu definieren.
Praktiken, sowie Auffassungen von Partizipation werden betrachtet. 
Ein Projekt über einen längeren Zeitraum zu verfolgen, bedeutet sich intensiv auseinanderzusetzen, sich zu engagieren, auch im Sinne eines Ortes, der kontinuierliche Begegnung und Austausch möglich macht. Ebenso bedeutsam für die Projekte ist es, sich nicht nur als kulturelle Konsument_innen zu erleben und ermächtigt mit Differenzen umzugehen. Hier wird auch die Frage relevant: In welchen Allianzen bezüglich Produktionsbedingungen stehen Design, Architektur und Kunst heute?
Die vorgestellten Gruppen verwenden künstlerisch-ästhetische Mittel, um (mikro)politisch handeln zu können. Sie verwenden alltägliche Mittel und Praktiken. Teilweise werden sie vom Kunstfeld vereinnahmt, andere Male machen sie sich dieses zu Eigen.
Es geht weniger darum, geschlossene Gruppen des Andersseins zu bilden, als darum, Kollektive zu formen – Kollektive als ein Geflecht des Widerstandes.
Die Akteure/Akteurinnen darin müssen sich als Akteure/Akteurinnen und Mitglieder vieler Commons erkennen, so De Angeli
1.
Irit Rogoff betont in der Diskussion um den „Educational Turn“ 2, dass durch die Erweiterung des Bildungsbegriffs Menschen aus Neugierde – nicht aufgrund einer gemeinsamen Identität – auf einer unbeschriebenen Bühne zusammenkommen können. ‚Turn’ deshalb, da dabei wir in Bewegung sind, nicht die Sache. Dazu gehört auch ein Denken und Handeln von „emergency“ hin zu „urgency“ – den Fokus auf relevante Themen lenkend, von dem, was entgegengesetzt und abgelehnt werden muss, hin zu dem, was erfunden werden kann. Die Erlaubnis zu Scheitern markiert dabei mögliches Lernen. Dennis Atkinson beschreibt den Fokus auf eine transzendente Position zum Sein als Potential und als "‘unknown’ of becoming"3.
In meine Recherche flossen auch Überlegungen zu den ‘commons’, als Modell des kollektiven Besitzes. Hier eine kleine Definition der „CC – Creative Commons“:
Vision to achieve universal access_Keep copyright while allowing some uses_Companies and organisations can work with CC licenses_CC builds infrastructures, while the Commons are built by the people themselves_CC gives tools to the creators to decide about copyright_Creativity and connection, access and control_CC as a pillar for communication between the people.


Wie es zur Auswahl der einzelnen Kollektive kam:
AAA (Atelier d’Architecture Autegeree) wird von mir vorgestellt, weil sie von der eigenen Nachbarschaft ausgehen, um nach dem Prinzip des bottom-up langfristige Veränderungen im städtischen Raum in Gang zu setzten. CLUI (Center of Land Use Interpretation) untersucht örtliche Phänomene und wie diese gesellschaftlich gehandhabt werden und leistet so einen Beitrag zu Überlegungen zu heterotopen Räumen. CUP (Center for Urban Pedagogy) ist deshalb spannend, da es urbanes Lernen radikal neu denkt und Bildungsprozesse einleitet. Fallen Fruit arbeiten mit der starken Symbolik der Frucht und verbinden dies mit einer Praxis, die auf ungenutzte Ressourcen innerhalb der Stadt aufmerksam macht und kollektiven Besitz aufzeigt, um diesen zu teilen. STEALTH:unlimited habe ich in den Blog miteinbezogen, da sie das Ungeplante einer Stadt als Potential hervorheben.
1: On the Commons: A Public Interview with Massimo De Angelis and Stavros Stavrides. In: e-fluxjournal#17—june-august 2010
2: Irit Rogoff : “Turning”. In: e-flux jounal #0 November 2008
3: Dennis Atkinson in: Education. Documents of Contemporary Art. 


AAA
CLUI
CUP
FALLEN FRUIT
STEALTH

Beitrag von Lisa Stuckey